Herausgeber: Gertrud Maria Rösch

Simplicissimus

Glanz und Elend der Satire in Deutschland

Bis heute gilt der Simplicissimus, der von 1896 bis 1944 in München erschien, als das Satireblatt schlechthin; er steht als Synonym für Opposition. Wie weit spiegelte die Satire die Wirklichkeit? Ohne den kulturellen Kontext sind diese Zeichnungen und Texte nicht zu verstehen. Aber diese Texte und Bilder formen sich auch zu einer eigenen Welt, sie sind Kunstwerke, die gattungsgeschichtlichen und ikonographischen Traditionen folgen.
Wie viele Chancen hatte die Kunst der Satire, in den Zeitläufen zu überleben, sich in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Krise zu halten? Diese Frage versuchen die Beiträge des vorliegenden Bandes unter Berücksichtigung verschiedener Facetten zu beantworten. Der Blick wird dabei auch auf bisher übersehene Aspekte des "Unternehmens" Simplicissimus gelenkt, wie z.B. den Widerspruch zwischen den Karikaturen und den Werbeseiten: was die Annoncen anpriesen, das verspotteten die Zeichnungen. Die Satire des Münchner Blattes war durch breitenwirksamen Humor gekennzeichnet - im Gegensatz etwa zur „Fackel“. Dennoch empfanden zeitgenössischen Leser sie teils als verletzend und höhnischer als wir es uns heute vorstellen, was durch die Pressekampagne 1908 und die nie aussterbenden Kritiker des Blattes bezeugt ist. Mehrere Beiträge machen die jeweilige Verbindung zu den Zeitphänomenen sichtbar, wie dem Tourismus, dem orthodoxen Katholizismus oder den Dichterjubiläen.
Zum Autor
Gertrud Maria Rösch, Dr. phil., geboren 1959, studierte an der Universität Regensburg und promovierte 1988 mit einer Arbeit über Ludwig Thomas journalistisches Werk. Von 1989 bis 1991 unterrichtete sie deutsche Sprache und Literatur an der Universität Otago in Dunedin/Neuseeland. Seit 1991 ist sie als Wiss. Assistentin am Institut für Germanistik an der Universität Regensburg tätig. Forschungsgebiete: Geschichte und Literatur, historisches Drama, Satire, Zeitschriftenforschung. Seit 2005 Professorin am Seminar Deutsch als Fremdsprachenphilologie der Universität Heidelberg.
Sprache:deutsch
Bandzählung:23
Auflage:1
Beigaben:34 s/w Illustrationen
Einbandart:kartoniert
Seitenzahl:216
Format:17 x 24 cm
Gewicht:438 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
ISBN:978-3-930480-41-8
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