Björn-Uwe Abels

Die Heunischenburg bei Kronach

Eine späturnenfelderzeitliche Befestigung

Während der Urnenfelderzeit erlebte Bayern eine Blüte im Befestigungsbau wie es sie in dieser Vielfalt zuvor nicht gegeben hat. Mächtige Befestigungsanlagen bildeten politische und wirtschaftliche Zentren größerer Regionen. Die dagegen sehr kleine Heunischenburg stellt unter all den Wehranlagen einen besonderen, ganz außergewöhnlichen Typus dar. Sie war mit einer bislang nördlich der Alpen unbekannt aufwändigen Befestigungsarchitektur ausgestattet, die sie zu einem der bedeutendsten vorgeschichtlichen Monumente Bayerns macht.
Die Heunischenburg liegt auf einem Bergsporn des Frankenwaldes. Durch ihre Konstruktion, die sich über drei verschiedene Perioden zieht, gehört die Heunischenburg zu einer der qualitätvollsten Wehranlagen der Urnenfelderkultur Mitteleuropas. Der ursprünglichen Holzbefestigung folgte eine Sandsteinmauer, die vollständig abgebrannt war. Der außergewöhnliche Aufbau der dritten Periode besteht aus einer 2,6 Meter breiten und 3,5 Meter hohen Mauer aus mächtigen Sandsteinquadern. Diese Mauer geht in eine Plankenwand über, die den ganzen Bergsporn umschloss. In der Mündung der etwa 20 Meter langen Torgasse befindet sich eine 1 Meter breite Ausfallpforte, wie man sie vom mediterranen Burgenbau kennt und der die Architektur dieser Befestigung beeinflusst haben muss. Mehr als 300 Bronzeartefakte und die 14 C-Daten datieren die Burg in das 9. Jh. v. Chr.. Die zahlreichen Waffen unterstreichen die Wehrhaftigkeit der Befestigung - eine mit Kupfer und Eisen tauschierte Lanzenspitze und das Bruchstück eines Bronzepanzers waren kostbare Bestandteile der Bewaffnung der Elite. Die nur 1,5 Hektar große, völlig isoliert gelegene Burg unterscheidet sich deutlich von großen Siedlungszentren, wie dem Bullenheimer Berg oder der Ehrenbürg. Sie diente wohl zur Kontrolle einer Straße zu den Erzlagerstätten des Fichtelgebirges. Ihre strategische Bedeutung hatte zur Folge, dass sie stark umkämpft war. Beschädigte Waffen und mehrere Brandspuren belegen diese dramatischen Vorgänge.
Zum Autor
Prof. Dr. Björn-Uwe Abels studierte Prähistorische Archäologie, Anthropologie und Vergleichende Religionswissenschaften in Tübingen. Bis zu seiner Pensionierung war er Referatsleiter für Bodendenkmalpflege im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Bamberg und Honorarprofessor an der Universität Bamberg. Er ist Autor mehrerer Monographien und zahlreicher Aufsätze mit Schwerpunkt Bronze- und Eisenzeit. Sein besonderes Interesse gilt dem vor- und frühgeschichtlichen Befestigungsbau.
Sprache:deutsch
Bandzählung:9
Auflage:1
Beigaben:38 s/w Illustrationen, 33 Tafeln, 2 Beilagen
Einbandart:fadengeh. Pappband
Seitenzahl:167
Format:22 x 30,5 cm
Gewicht:966 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
ISBN:978-3-930480-28-9
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